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Happy Birthday UN-Behindertenrechtskonvention!

Happy Birthday UN-Behindertenrechtskonvention (Audio)

Im März war dein Geburtstag, darum feiern wir, alle deine Freunde freuen sich mit dir. Welch ein Jubel, welch ein Trubel … okay, ganz so heiter ging es am 26. März dann doch nicht zu, selbst unter deinen Freunden nicht. Dabei wäre es so schön gewesen. Aber ich fang mal besser von vorn an.

Genau seit dem 26. März 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention geltendes Recht in Deutschland. Das heißt Deutschland hat sich mit der Unterzeichnung dieser Konvention dazu verpflichtet, sie umzusetzen. Doch was genau soll sie nun umsetzen?
Die UN-Behindertenrechtskonvention, genauer das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung, fordert die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben, kurzum: Inklusion!

Ein Grund zu feiern

Auch wenn viele mit dem Wort Inklusion auf Kriegsfuß stehen, ich finde zehn Jahre UN-Behindertenrechtskonvention sind ein Grund zu feiern. Mir stärkt sie bei meinem Streben nach Selbstbestimmung und gleichberechtigter Teilhabe den Rücken. Alleine die Tatsache, dass es dieses Übereinkommen und das Wort Inklusion gibt. Ein Wort, das ich nach eintretender Sehbehinderung vor etwa 25 Jahren schmerzlich vermisste.

Als ich mit 13 Jahren Sehbehindert wurde gab es das Wort Inklusion noch nicht, geschweige denn die gesetzliche Verankerung. Damals ging es noch um Integration. Ich habe jedoch nie verstanden weshalb ich plötzlich in eine Gesellschaft integriert werden sollte, zu der ich gestern noch selbstverständlich zählte. Über Nacht, mit eintretender Sehbehinderung sollte ich plötzlich kein Teil dieser Gesellschaft mehr sein? Verstehe ich bis heute nicht.

Viele Gründe getrübter Freude

Zugegeben, häufig stoße ich an meine Grenzen und bemerke dass es für mich mit viel Energie, Zeitaufwand, Organisationsgeschick und Einfallsreichtum verbunden ist, alltägliche Dinge zu meistern. Wenn also wieder einmal so eine Einladung in Form eines nicht barrierefreien Dokuments ins E-Mail-Postfach flattert oder Berührungsängste im Wege stehen; auch wenn in den sozialen Netzwerken oder auf Web-Seiten Fotos ohne Alternativtext hochgeladen werden, dann merke ich, dass ich irgendwie eben doch ausgeschlossen bin. Ja, und dann wäre es schön mich zu integrieren. Oder noch besser, wir achten darauf, dass Einladungen und auch sonst alle Dokumente barrierefrei gestaltet sind, wir reden einfach miteinander und versehen Fotos mit einem Alternativtext. Dann habe ich nämlich die gleichen Möglichkeiten wie all meine sehenden Zeitgenossen, und wer nicht ausgeschlossen wird, muss auch nicht wieder integriert werden. So einfach kann das sein mit der gleichberechtigten Teilhabe, der Inklusion!

Okay, das Thema Barrierefreiheit ist deutlich komplexer als in meinen wenigen Beispielen dargestellt und auch nicht immer so einfach umsetzbar. Doch jeder Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit ist ein Schritt hin zu einer gleichberechtigten Teilhabe für alle Menschen. Jeder Schritt, und mag er noch so klein sein, bedeutet für irgendjemanden von uns mehr Möglichkeiten, mehr Chancen im täglichen Allerlei. Für die großen Veränderungen, die es zweifelsohne auch bedarf, müssen wir dann unsere Politiker in die Pflicht nehmen. Alleine ein Übereinkommen zu unterzeichnen genügt nämlich nicht. Nicht, wenn man sich weiterhin zwei Welten leistet, eine für Menschen mit und eine für Menschen ohne Behinderungen. Mit Luxus hat dies nämlich nichts zu tun, weder für das Land noch für die Menschen.

Ich bin der Überzeugung, dass Inklusion kein Geschenk für Menschen mit Beeinträchtigungen ist, sondern ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft!
So lange wir Menschen ausschließen, verzichten wir auf Potential - im Arbeitsleben, im Ehrenamt, im täglichen Miteinander.

Wie alle meine Beiträge, ist auch dieser wieder sehr persönlich gefärbt. Ich weiß, dass ich viele Aspekte nicht berücksichtigt habe. Ich weiß, dass es viele Beispiele - positiv wie negativ - gibt, die ich hätte erwähnen können, vielleicht sogar hätte erwähnen müssen, um dem Thema gerecht zu werden. Daher möchte ich heute gerne auf zwei Web-Seiten verweisen:

Auf der Seite der Aktion Mensch erfährst Du jede Menge Wissenswertes rund um das Thema Inklusion:
https://www.aktion-mensch.de/dafuer-stehen-wir/was-ist-inklusion.html

Über die Seite der kobinet-Nachrichten gibt es täglich Aktuelles rund um das Thema Inklusion:

https://kobinet-nachrichten.org/

Tipps zu weiteren interessanten Web-Seiten oder Deine Fragen kannst Du gerne in den Kommentaren hinterlassen. Ich freue mich darauf!

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